Potala-Palast
Der rot-weiße Potala-Palast befindet sich auf einer Anhöhe in Lhasa und bietet ein sehr imposantes Erscheinungsbild. Er ist Zentrum des tibetischen Buddhismus und setzt sich zusammen aus dem Weißen Palast – dem weltlichen Teil des Gebäudes -, der einst als Regierungssitz diente, sowie dem Roten Palast – dem geistlichen Teil -, in dem die Privatzimmer des Dalai Lamas untergebracht waren. Heute ist es ein Museum und gilt aber nach wie vor als eine der wichtigsten Pilgerstätten für tibetische Buddhisten.
Bereits im Jahre 637 wurde an dieser Stelle der erste Palastbau auf dem 3.700 Meter hohen Berg getätigt, welcher allerdings später größtenteils wieder zerstört wurde. Im 17. Jahrhundert wurden seine Reste vom 5. Dalai Lama in den Bau einer größeren Anlage mit einbezogen. 1648 wurde der Weiße Palast fertig gestellt, 56 Jahre später erst war der Bau des Roten Palastes beendet. Im vergangenen Jahrhundert, im Jahr 1922, kam es zur Renovierung einiger Räume sowie zur Aufstockung des Roten Palastes um zwei weitere Stockwerke. Neben dem Norbulingka und dem Jokhang-Tempel, der inmitten der Altstadt Lhasas liegt, ist der Potala-Palast seit 1994 auf der Liste des UNESCO Welterbes zu finden. Vor rund vier Jahren steckte die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet umgerechnet etwa 7 Millionen Euro in die Renovierung des Palastes sowie zwei weiterer Kulturdenkmäler.
Während der Norbulingka – ein Palast mit Park, der sich ebenfalls in Lhasa befindet – seit etwa 1780 als Sommerresidenz des Dalai Lamas gilt, bekam der Potala-Palast den Beinamen „Winterpalast“.
Der Potala-Palast ist ein sehr beeindruckendes Gebäude, welches seine Besucher schon von weitem in Erstaunen versetzt. Es ist über 300 Meter lang und etwa 300 Meter breit. Auf 13 Stockwerken verteilen sich 999 Räume, von denen etliche Wohnräume, andere Meditationshallen, Empfangshallen, Kapellen und Tempel sind. Riesige Terrassen sowie ein ausgefallenes Mauerwerk prägen des Weiteren das Bild des Palastes.
In dieser prunkvollen Anlage sind ferner die Graddenkmäler der bisherigen Reinkarnationen des Dalai Lamas zu finden. Insgesamt handelt es sich um acht hier beigesetzte Dalai Lamas, wobei das Grab des Erbauers – des 5. Dalai Lamas – das erste und zugleich beeindruckendste ist, wurden hier doch 3.700 Kilogramm Gold auf einer Fläche von über drei Stockwerken verwendet. Vergoldetes Bronze befindet sich sogar auf den Dachziegeln.
Um die Bausubstanz – die Holz- und Lehmkonstruktion – des Potala-Palastes zu erhalten und zu schützen, hat man heute die Besucherzahl auf ein Maximum von 2.300 pro Tag beschränkt.