Kloster Kumbum

Das Kloster Kumbum Jampa Ling, wie es offiziell heißt, steht seit 1961 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China und ist eine tibetisch buddhistische Kultstätte, die jährlich von zahlreichen Touristen besucht wird. Übersetzt bedeutet der Name des Klosters „Kloster der Hunderttausend Bilder“, was sich auf die Legende seiner Entstehungsgeschichte bezieht. Laut Überlieferung soll das Kloster dort errichtet worden sein, wo sich die Geburtsstätte des Tsung Kha Pa – auch als Tsongkhapa bekannt - befand. Als nach seiner Geburt die Nabelschnur durchtrennt wurde, fiel ein Blutstropfen auf die Erde, aus dem sogleich ein Sandelholzbaum wuchs mit 100.000 Blättern, die der Baum nie verlor. Auf jedem Blatt befand sich ein Bild des Buddhas Sinhanada. 53 Jahre später gründete Tsung Kha Pa die bekannte Gelugpa-Sekte, der bald zahlreiche Anhänger folgten. Um den Baum herum errichteten die Lamas eine Pagode, und im Laufe der Zeit wurden rund um dieses Gebäude zahlreiche andere Gebäude gebaut, so dass die heutige Tempelanlage, das Kloster Kumbum entstand.

 

Das tibetisch-buddhistische Kloster Kumbum befindet sich in China in der Provinz Qinghai. Es ist der Gelug-Schulrichtung – der jüngsten der vier Hauptschulen – zuzurechnen. Die erste offizielle Einweihung der Baulichkeiten fand 1578 statt, sechs Jahre später gründete der 3. Dalai Lama bei seinem Besuch hier die erste Studienfakultät. Hieraus entstand im Laufe der anschließenden Jahrhunderte eine der bedeutendsten Klosteruniversitäten Tibets. Heute sind in dem Kumbum-Kloster vier Akademien angesiedelt, wozu die medizinische aber auch die astronomische Akademie gehören.

Kumbum ist eine Mischung aus tibetischem und han-chinesischem Baustil. Bei seinem Besuch fallen einem zunächst die acht weißen Pagoden ins Auge, die 1776 errichtet wurden. Sie sollen die acht Verdienste Buddhas symbolisieren. Ein Besuch der Ausstellung der Kulturschätze, der Wandmalereien, Stickereien sowie besonders der in unseren Landen unbekannten Butterskulpturen ist empfehlenswert. Die große Versammlungshalle wird getragen durch 168 in Teppich gehüllte Säulen. Hier befinden sich auch zahlreiche wertvolle buddhistische Schriften. Die kleine Halle fällt besonders durch ihre goldenen Dachziegel sowie die Statue des Gottes für den Schutz der buddhistischen Gebote, der sich in ihrem Inneren befindet, auf.